Egal, ob Wasserrohrbruch oder Sturmschäden: Schäden an der eigenen Immobilie können sehr viel Geld kosten und wer nicht versichert ist, geht ein hohes Risiko ein. Darum sollten sich Eigentümer frühzeitig mit Versicherungen für ihre Immobilie auseinandersetzen. In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Versicherungen, die speziell auf die Bedürfnisse von Immobilienbesitzern zugeschnitten sind. Von der Grundabsicherung bis zu spezialisierten Policen gibt es für jeden Bedarf die passende Lösung. Wir erklären Ihnen, welche Versicherungen die wichtigsten für Immobilien-Eigentümer sind.
Eine Immobilie zu versichern ist entscheidend, um finanzielle Risiken abzudecken und Sicherheit zu gewährleisten. Unvorhergesehene Ereignisse wie Feuer, Einbruch oder Naturkatastrophen können zu erheblichen Schäden führen, die ohne Versicherung zu finanziellen Belastungen führen können. Darüber hinaus schützt eine Immobilienversicherung auch vor Haftungsansprüchen Dritter, die aus Schäden resultieren könnten, die an Personen oder Eigentum verursacht wurden.
Schutz vor finanziellen Verlusten: Eine Immobilienversicherung bietet Schutz vor finanziellen Verlusten im Falle von Schäden durch Feuer, Einbruchdiebstahl, Vandalismus, oder Naturkatastrophen wie Sturm, Hagel oder Überschwemmung.
Haftpflichtabsicherung: Sie deckt die Kosten ab, die entstehen können, wenn jemand auf deinem Grundstück verletzt wird oder sein Eigentum beschädigt wird, und du dafür haftbar gemacht wirst.
Sicherheit für Kreditgeber: Viele Kreditgeber verlangen eine Immobilienversicherung als Bedingung für die Vergabe von Hypothekendarlehen, um ihr Investitionsrisiko zu mindern.
Versicherungstyp | Deckungsumfang |
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Gebäudeversicherung | Deckt Schäden am Gebäude selbst, wie z.B. durch Feuer, Sturm oder Leitungswasser. |
Hausratversicherung | Schützt den Inhalt der Immobilie vor Schäden oder Verlust durch Einbruch, Brand oder Naturkatastrophen. |
Haftpflichtversicherung | Deckt Haftpflichtansprüche ab, die aus Schäden resultieren, die an Personen oder Eigentum Dritter verursacht wurden. |
Elementarschadenversicherung | Schützt vor Schäden durch Naturereignisse wie Überschwemmung, Erdbeben oder Erdrutsch. |
Ist man dabei, eine Versicherung zu wählen, sollte man sich nicht gleich für die preiswerteste Variante entscheiden. Es ist wichtig, die Vertragsinhalte den eigenen persönlichen Wünschen anzupassen und dabei insbesondere den Zustand und die Lage der Immobilie miteinzubeziehen. Beispielsweise liegt Ihre Immobilie in der Nähe von Gewässern, weshalb es hier Sinn machen würde, besonders darauf zu achten, ob die jeweiligen Versicherungen Überschwemmungen mitversichern. Stellen Sie sich Fragen wie: Welche Schäden sind in meiner Region sehr wahrscheinlich? Bin ich der alleinige Eigentümer oder gibt es mehrere in einer Wohnungseigentümergemeinschaft? Möchte ich ein gesamtes Gebäude oder nur einzelne Wohnung versichern?
Was viele beim Abschluss einer Versicherung unterschätzen, ist die richtige Bewertung der eigenen Immobilie. Denn im Schadensfall erhalten Sie nur so viel Geld von der Versicherung, wie die Immobilie bewertet wurde. Haben Sie also Modernisierungen durchgeführt, durch die der Wert der Immobilie gestiegen ist, sollten Sie Ihrer Versicherung Bescheid geben. Ist die Immobilie nämlich unterversichert, bekommen Sie von der Versicherung auch nur einen kleinen Teil des Schadens bezahlt. Wie hoch die Wohngebäudeversicherung das Haus versichert, hängt von dem veranschlagten Wiederaufbauwert ab. Für die Berechnung des Wertes werden unter anderem die folgenden Daten benötigt:
Hieraus wird der sogenannte Wert 1914 ermittelt, der anschließend mit dem aktuellen Baupreisindex multipliziert wird. Aktuell liegt der Baupreisindex bei etwa 116,4 (Stand 2017). Das Ergebnis ist der Wiederaufbauwert.
Die Gebäudeversicherung ist eine der wichtigsten Versicherungen für Immobilienbesitzer. Sie deckt Schäden am Gebäude selbst ab, einschließlich der festen Bestandteile wie Wände, Dach, Fenster und Türen. Zu den gedeckten Risiken gehören Feuer, Sturm, Hagel, Leitungswasser und weitere Elementarschäden. Diese Versicherung ist für Hausbesitzer in Deutschland in der Regel obligatorisch und wird oft von Hypothekenbanken verlangt.
Zusätzlich können Sie sich auch gegen Vandalismus und Einbrüche absichern. Wir empfehlen Ihnen auch, auf eine Versicherung auf Elementarschäden zu achten. Diese können beispielsweise Lawinen, Erdbeben und Orkane sein.
Die Hausratversicherung schützt den Inhalt der Immobilie, einschließlich Möbel, Elektronik, Kleidung und persönliche Gegenstände. Auf Wunsch können sogar Fahrräder, Gegenstände in Garagen, Gärten oder im Auto abgesichert werden. Sie bietet auch weltweiten Schutz für persönliche Gegenstände, wenn sie außerhalb der Immobilie beschädigt oder gestohlen werden.
Einbruchdiebstahl: Deckt Schäden oder Verluste durch Einbruchdiebstahl ab.
Brandversicherung: Schützt vor Schäden durch Feuer, Rauch und Ruß.
Naturkatastrophen: Deckt Schäden durch Naturereignisse wie Sturm, Überschwemmung oder Erdbeben ab.
Wenn Sie umziehen, sollten Sie nicht vergessen, dies rechtzeitig bei der Versicherung zu melden. Vor allem auch aus dem Grund, dass Sie gegen Schäden während des Umzugs abgesichert sind.
Die Haftpflichtversicherung ist eine wichtige Absicherung für Immobilienbesitzer, da sie vor den finanziellen Folgen von Haftpflichtansprüchen schützt, die aus Schäden resultieren können, die an Personen oder Eigentum Dritter auf dem versicherten Grundstück verursacht wurden.
Personenschäden: Deckt Verletzungen oder Todesfälle von Personen ab, die auf dem versicherten Grundstück auftreten.
Sachschäden: Schützt vor Schäden an Eigentum Dritter, die auf dem versicherten Grundstück entstehen.
Die Elementarschadenversicherung ist eine spezielle Form der Immobilienversicherung, die vor Schäden durch Naturereignisse schützt, die in herkömmlichen Policen oft nicht abgedeckt sind. In Deutschland, wo Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Erdbeben oder Erdrutsche keine Seltenheit sind, kann diese Art der Versicherung entscheidend sein, um finanzielle Risiken zu minimieren und sich gegen unvorhergesehene Ereignisse zu wappnen.
Überschwemmungsschutz: Deckt Schäden ab, die durch Hochwasser oder Überschwemmungen verursacht werden, sei es durch Flüsse, Bäche oder Starkregen.
Erdbebenschutz: Schützt vor Schäden durch Erdbeben, die Gebäudestrukturen destabilisieren oder zerstören können.
Erdrutschschutz: Deckt Schäden ab, die durch Erdrutsche oder Hangrutschungen verursacht werden, insbesondere in Gebieten mit erhöhtem Risiko.
Eine Elementarschadenversicherung kann eine sinnvolle Ergänzung zu einer Gebäudeversicherung sein, insbesondere in Regionen, die häufig von Naturkatastrophen betroffen sind. Sie bietet zusätzlichen Schutz und sorgt dafür, dass Immobilienbesitzer auch bei extremen Witterungsbedingungen oder geologischen Ereignissen finanziell abgesichert sind.
Für Bauherren hat die Hausbauversicherung eine große Bedeutung. Sie greift nur während des Bauprozesses des Gebäudes. Ist der Bauprozess abgeschlossen, wird eine Wohngebäudeversicherung nötig. Eine Baustelle stellt eine besondere Gefahrenquelle dar, wobei sehr viele Schäden entstehen können, die es abzudecken gibt: Beispielsweise Sach- und Personenschäden durch Unfälle oder extreme Wetterbedingungen. Wichtig ist, dass die Risiken auf einer Baustelle nicht nur Handwerker betreffen, sondern auch Nachbarn und Passanten. Die Versicherung greift aber nur vollständig, wenn Sie als Bauherr nachweisen können, dass Sie nicht fahrlässig gehandelt haben.
Meist kann man nicht vorhersehen, ob man später plötzlich berufsunfähig oder arbeitslos wird. Insbesondere dann, wenn die Immobilie oder die Baufinanzierung noch nicht abbezahlt ist, kann eine Restschuldversicherung bei Zahlungsausfällen helfen. Können Sie also das Darlehen nicht mehr zahlen, erhalten sie von der Versicherung entweder eine Einmalzahlung, die Raten oder einen kleinen Teil davon. Die Versicherung bietet aber keinen vollständigen Schutz und prüft auch vor Abschluss des Vertrages das Risiko von Zahlungsausfällen des Versicherungsnehmers. Meist kann eine Restschuldversicherung auch recht teuer werden, weshalb man die Vor- und Nachteile gut abwägen sollte.
Die Auswahl der richtigen Immobilienversicherung hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter der Typ der Immobilie, ihre Lage, der Wert des Gebäudes und des Inhalts, sowie individuelle Bedürfnisse und Risikotoleranz. Hier sind einige Tipps, die bei der Auswahl der passenden Versicherung helfen können:
Bedarf analysieren: Bewerte die Risiken, denen deine Immobilie ausgesetzt ist, und identifiziere die Versicherungen, die am besten dazu passen.
Angebote vergleichen: Fordere Angebote von verschiedenen Versicherungsunternehmen an und vergleiche Leistungen und Preise, um die beste Option zu finden.
Individuelle Anpassung: Achte darauf, dass die Versicherungspolicen individuell an die Bedürfnisse deiner Immobilie angepasst werden können, um eine maßgeschneiderte Abdeckung zu gewährleisten.
Beratung einholen: Lasse dich von Versicherungsberatern oder -maklern beraten, um sicherzustellen, dass du die richtigen Entscheidungen triffst.
Ganz egal, um welche Versicherung es sich handelt, achten Sie darauf, dass Sie alle Kaufbelege aufheben und Ihren Besitz beispielsweise durch Fotos oder Videos möglichst detailliert dokumentieren. Führen Sie die Dokumentationen also in regelmäßigen Abständen durch. So haben Sie im Schadensfall keine Probleme mit Ihrer Versicherung.
Wichtiger Hinweis: Unsere Artikel dienen als informative Ratgeber und stellen demnach keine verbindliche Rechtsberatung dar.